Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband Große Aue

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So viel wie nötig, so wenig wie möglich!

Mit diesem Motto könnte man die Aufgabe der Gewässerunterhaltung des Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverbands Große Aue umreißen. Dieser Leitgedanke zieht sich sowohl durch die Planung der Unterhaltungsarbeiten, als auch durch die direkte Ausführung. Es soll so viel Unterhaltung wie nötig durchgeführt werden, damit der ordnungsgemäße Wasserabfluss gewährleistet ist und die angestrebten Nutzungen ermöglicht werden. Gleichzeitig jedoch so wenig Unterhaltung wie möglich stattfinden, um die Lebensraumfunktionen der Gewässer so gering wie möglich zu beeinträchtigen.



Flüsse, Bäche und Gräben haben viele Funktionen!
In unserer von vielerlei Anforderungen und Nutzungen geprägten Kulturlandschaft geht es bei der Durchführung der Gewässerunterhaltung um die Erhaltung des ordnungsgemäßen Zustands unserer Gewässer für den Wasserabfluss. Daneben ist die Funktion der Gewässer als Lebensraum für Pflanzen und Tiere möglichst zu erhalten und zu entwickeln. Dass sich diese beiden Ziele nicht ausschließen, wird mittlerweile allgemein anerkannt. Daher kann die Arbeit an Fließgewässern  nur bedeuten, sowohl Wasserabfluss als auch Lebensraumfunktion zu ermöglichen.

Halbseitige Mahd der Sohle und der Böschung des GewässersHalbseitige Mahd der Sohle und der Böschung des Gewässers© Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband Große Aue

Vor diesem Hintergrund ist es die Aufgabe des Verbandes, die Unterhaltungsarbeiten an den rd. 661 km Verbandsgewässern sorgfältig und unter Berücksichtigung der gesetzlichen Rahmenbedingungen im Hinblick auf den Termin und den Umfang der notwendigen Mäh- und Räumarbeiten zu planen und dann so schonend wie möglich durchzuführen.
Erhebliche Verkrautung durch PfeilkrautErhebliche Verkrautung durch Pfeilkraut, Böschungen bereits gemäht© Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband Große Aue
Notwendigkeit wird geprüft
An vielen Kilometern Gewässerstrecke im Niederschlagsgebiet der Großen Aue ist bereits im Sommer eine Mahd notwendig, um den ordnungsgemäßen Zustand für den Wasserabfluss aufrecht zu erhalten. Dies gilt insbesondere bei den Gewässern mit minimalem Sohlgefälle in den Niederungsgebieten des Verbandsgebiets, die gleichzeitig zu starker Verkrautung neigen. Diese Verkrautung beeinträchtigt die hydraulische Leistungsfähigkeit bereits im Sommer so stark, dass es schon bei normaler Niederschlagsverteilung während der Vegetationsperiode zu einem nicht mehr tolerierbaren Rückstau in den Gewässern und einer Vernässung der anliegenden Flächen kommen würde. Bei der Planung der Unterhaltung kann der Verband auf jahrzehntelange Erfahrung hinsichtlich der individuellen Verkrautungsneigung und Abflussbildung seiner Gewässer zurückgreifen.

Unzweifelhaft ist es nur durch eine umsichtig durchgeführte Gewässerunterhaltung möglich, unsere heutige Kulturlandschaft  zu erhalten.

 

 

 

Verkrautung des Kuhbachs bereits Ende MaiVerkrautung des Kuhbachs bereits Ende Mai© Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband Große AueVerkrautetes Gewässer vor Beginn der Mäharbeiten im FrühsommerVerkrautetes Gewässer vor Beginn der Mäharbeiten im Frühsommer© Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband Große Aue

 

Schonende Durchführung der Unterhaltungsarbeiten
Durch schonende Durchführung der Unterhaltungsarbeiten können die negativen Folgen für Flora und Fauna abgeschwächt werden.
Qualitätssicherung durch externe Weiterbildung der Verbandsmitarbeiter ist in Zusammenarbeit mit dem Wasserverbandstag in Vorbereitung.

Beispiele:
- Einhalten einer Mahdmindesthöhe über Böschungs-/Sohloberkante
- Krauten einer Mittelgasse
- Einseitiges bzw. wechselseitiges Krauten/Mähen
- Abschnittsweises Krauten/Mähen
- Intervalle zum Krauten/Mähen nach Bedarf
- Belassen von Totholz in hydraulisch unkritischen Bereichen

 

Schneisenmahd in der SiedeSchneisenmahd in der Siede© Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband Große Aue

Belassen von Totholz im Oberlauf der Siede, dieser Abschnitt innerhalb eines Waldstückes wird lediglich kontrolliert. Abflusshindernisse können hier bis zu einem gewissen Grad toleriert werden.Belassen von Totholz im Oberlauf der Siede, dieser Abschnitt innerhalb eines Waldstückes wird lediglich kontrolliert. Abflusshindernisse können hier bis zu einem gewissen Grad toleriert werden.© Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband Große Aue

 

 

Einrichten von Versuchs- und Demonstrationsstrecken Darstellung der Versuchs- und Demonstrationsstrecke an der Allerbeeke mit Hilfe der Geoinformationssystem(GIS)-gestützten GewässerdatenbankDarstellung der Versuchs- und Demonstrationsstrecke an der Allerbeeke mit Hilfe der Geoinformationssystem(GIS)-gestützten Gewässerdatenbank© Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband Große Aue, Kartengrundlage: Auszug aus den Geobasisdaten der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung, ©2011 LGLN
Der Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband versucht durch das Einrichten von Versuchsstrecken Möglichkeiten der Gewässerunterhaltung aufzuzeigen, zum Beispiel an der Allerbeeke im Allerbruch. Dort befinden sich die angrenzenden Flächen in öffentlicher Hand und das Gewässer weist ein ausreichendes Gefälle auf, um Entwicklung und Gehölzaufwuchs zuzulassen.

Dort wurden
- abschnittsweise einzelne Jungpflanzen auf der rechtsseitigen Böschung stehen gelassen,
- etliche Meter weiterhin schonend mit dem Mähkorb unterhalten,
- auf 221 Metern Böschung und Sohle gar nicht mehr gemäht,
- auf 537 Metern der Bewuchs der rechtsseitigen Böschung komplett stehen gelassen.

Diese extensive, beobachtende Unterhaltungsart hat sich hier bewährt, so dass das Unterlassen der Mäharbeiten noch auf weitere Gewässerstrecken ausgedehnt werden konnte.

Seit 2001 nicht mehr gemähte Demonstrationsstrecke an der AllerbeekeSeit 2001 nicht mehr gemähte Demonstrationsstrecke an der Allerbeeke© Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband Große Aue

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