Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband Große Aue

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Fließgewässerentwicklung

Die Unterhaltungsverbände in Niedersachsen sind innerhalb der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) zur Fließgewässerentwicklung gesetzlich verpflichtet.  Die EG-WRRL wurde im Niedersächsischen Wassergesetz verankert und eng mit dem Begriff der Unterhaltung und den Zielen und Aufgaben der Unterhaltungsverbände verknüpft. Diese haben nun, neben der Aufgabe der Gewährleistung des ordnungsgemäßen Wasserabflusses, auch die Pflege und Entwicklung der Oberflächengewässer als Bestandteil des Naturhaushalts zu berücksichtigen.

Versuch einer DefinitionDemonstrationsstrecke an der AllerbeekeUmgestellte Unterhaltung an der Allerbeeke© Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband Große Aue
Fließgewässerentwicklung ist immer abhängig von Naturraumtypen, dem Landschaftsbild und der spezifischen Nutzung der Gewässer, so dass eine allgemein gültig Definition kaum getroffen werden kann.  Sie ist ein Prozess unter der Maxime, eine Annäherung an den potentiell natürlichen Zustand der Gewässer zu erreichen.

Die Unterhaltungverbände sind in diesem Rahmen als Vermittler zwischen den Nutzungsansprüchen und den vielfältigen Funktionen der Gewässer zu betrachten. Sie können ganz konkret als Träger für Maßnahmen der Fließgewässerentwicklung auftreten. Als solche Maßnahmen kommen Renaturierungen, Umgestaltungen von Sohlabstürzen, Laufverlegungen, Talraumgestaltungen, Feuchtbermen und viele weitere in Frage. Der Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband Große Aue sieht seine moderne Aufgabe darin, die Unterhaltung als iterativen Abwägungsprozess unter Berücksichtigung der verschiedenen Funktionen der Gewässer in der Kulturlandschaft im Verbandsgebiet zu begreifen. Es werden die Möglichkeiten der Fließgewässerentwicklung, zum Beispiel durch die Einrichtung von Demonstrationsstrecken, aufgezeigt.

 

Bedeutungen der Begriffe Leitbild, Referenzgewässer, Entwicklungsziel
Als Leitbild wird das maximal zu erreichende Sanierungsziel unter Vernachlässigung aller vorhandenen Nutzungsformen und des Kosten-Nutzen-Aspektes definiert. Ein Leitbild kann dem natürlichen Gewässertyp (z.B. Typ 14 - Sandgeprägter Tieflandbach) entsprechen. Die ökologische Gewässerbewertung nach EG-Wasserrahmenrichtlinie erfolgt ebenfalls in Abhängigkeit des Gewässertyps. Die Gewässertypen wurden auf Basis einer Vielzahl von Untersuchungen an ausgewählten, potentiell natürlichen, also durch den Menschen unbeeinflussten Gewässern formuliert. Für jeden Gewässertyp sind Referenzgewässer angegeben, anhand derer die Typen zum Teil ausgestaltet wurden. Diese Referenzgewässer besitzen zumindest abschnittsweise die den Typ bzw. das Leitbild charakterisierenden, maximalen ökologischen Qualitäten und natürlichen Eigenschaften.
Das Entwicklungsziel eines Gewässers kann im Rahmen der Erstellung eines Gewässerentwicklungsplans definiert werden. Es bemisst sich nach dem kurz-, mittel- und langfristig realisierbaren Zustand von Einzugsgebiet, Talaue und Fließgewässer. Dieser Zustand ist abgestimmt zwischen den im Planungsraum verantwortlichen Interessensgruppen, Fachbehörden, Nutzern und Anliegern. Da dieses Ziel meistens nur schrittweise zu verwirklichen ist, z.B. aufgrund von Mangel an verfügbarer Fläche, sind kurz-, mittel- und langfristige Entwicklungsziele zu differenzieren.

Die ökologische Bewertung der Gewässer erfolgt gemäß EG-WRRL anhand von Referenzbiozönosen in Verbindung mit einer Zuordnung zu den Gewässertypen. Entsprechend des Typs werden bestimmte Zeigerarten der vier Qualitätskomponenten (Makrozoobenthos, Makrophyten/Phytobenthos, Phytoplankton und Fische) zur Bewertung der ökologischen Zustandsklasse herangezogen.

 

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